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AT1D508FBU Frauenakademie - FAB4+ Von Katharina der Großen bis Putin

Beginn Fr., 30.09.2022, 09:00 - 12:30 Uhr
Kursgebühr: 115,00 €
Dauer 10 x
Kursleitung Emil Spath
Udo Barth
Medard Ritzenhofen
Jutta Streese
Dr. Martina Sauer
NN
Bemerkungen Kursentgelt bereits ermäßigt

Die FAB4+ ist eine Gruppe der ehemaligen 4. Frauenakademie Bühl und organisiert seit Beendigung der Frauenakademie ihre Seminare eigenständig. Interessierte Frauen, die Lust und Zeit haben, gemeinsam die Welt aus Frauensicht neu zu entdecken, sind herzlich eingeladen.
Ausgehend von Werken der Kunst, Literatur und Kultur erschließt sich die Gruppe gemeinsam die jeweilige Entstehungsepoche aus neuen Blickwinkeln. Die Seminarthemen werden von den Teilnehmerinnen selbst ausgesucht. Die dann ausgewählte Dozentinnen und Dozenten halten die entsprechenden Vorträge.
Eine offene Atmosphäre ist allen wichtig. Der Diskussion wird Raum gegeben.

Semesterthema: Von Katharina der Großen bis Wladimir Putin
Die russische Zarin mit deutschen Wurzeln, Katharina II. genannt Katharina die Große, galt zu ihrer Zeit als geschickte und listige Politikerin. Sie vergrößerte den Machtbereich Russlands und setzte umfangreiche Reformen durch, so war ihr zum Beispiel Bildung für alle wichtig.
Nach der Teilung Polens ließ sie eine Gedenkmünze prägen, mit der Aufschrift:
"Entrissenes habe ich zurückgebracht."
Man kommt nicht umhin, dabei an den heutigen Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, zu denken. Doch bis dahin ist es ein langer Weg in der Geschichte dieses faszinierenden Landes, eines Landes voller Gegensätze.
Die Geschichte des größten Landes der Welt, soll helfen, eine Antwort zu finden auf die Frage: Warum finden Russland und Europa nie wirklich zusammen trotz der gemeinsamen historischen Wurzeln? Was kennzeichnet das deutsch-russische Verhältnis in all den Jahrhunderten? Wie konnte es zu dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine kommen?
Die Geschichte, Politik, Literatur, Kunst und Philosophie Russlands und der Ukraine geben uns einen Einblick in die Seele dieser Länder.

30.09./07.10.
Die Geschichte Russlands: von den Zaren bis zu Gorbatschow
Dozent: Emil Spath
Die Geschichte Russlands ist die Geschichte eines Landes, des heute größten Flächenstaates der Welt, das an Gegensätzen kaum zu überbieten ist: Reichtum und Armut, Macht und Machtlosigkeit, Konservatismus und Experimentierfreudigkeit, Kultur und Barbarei, um nur einige zu nennen.
Auf unserer Reise durch die russische Geschichte werden uns neben vielen anderen Personen Zaren begegnen wie Katharina die Große und deren Politik der Europäisierung; wie Lenin, der der Philosophie von Marx ein sozialistisches Experiment in Russland folgen lässt; wie Stalin, der daraus eine kommunistische Diktatur mit Weltmachtsvorstellungen schafft; wie Gorbatschow, der den Deutschen die Einheit bringt, der Sowjetunion jedoch den Niedergang.
Es soll aber nicht nur um Personen und deren Wirken gehen, sondern wir wollen auch Antworten finden auf die Fragen: Warum finden Russland bzw. die Sowjetunion und Europa letztlich - trotz wiederkehrender Bemühungen - nie wirklich zusammen und was kennzeichnet das besondere deutsch-russische Verhältnis in all den Jahrzehnten und Jahrhunderten?

14.10.
Musik Ukraine/Russland
Dozent Udo Barth
Eigentlich gibt es keine großen Unterschiede zwischen den musikalischen Strömungen in diesen Ländern. Aber einige Komponisten aus der Ukraine werden dennoch vorgestellt.
Der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov gilt als einer der führenden Vertreter der "Kiewer Avantgarde", die um 1960 an die Öffentlichkeit trat und von den Verfechtern der konservativen sowjetischen Musikästhetik heftig kritisiert wurde.
Ein weiterer beachtenswerter Komponist der Ukraine ist Borys Mykolajowytsch Ljatoschynskyj.
Und natürlich dürfen die Russen der "ersten Stunde", wie Michail Glinka, Modest Mussorgsky und natürlich die Volksmusik nicht fehlen. Kasatschock müssen wir ja gerade dazu nicht tanzen.
Abgerundet wird das Ganze mit einer Prise Tschaikowsky.

21.10.
Putins Krieg gegen die Ukraine
Dozent Medard Ritzenhofen
Seit dem 24. Februar 2022 ist die Welt eine andere. Das Unvorstellbare ist täglich grausame Wirklichkeit. Es herrscht wieder Krieg in Europa, und die Europäer erleben ihn jeden Abend am Bildschirm. Die Ukraine und ihre Bewohner aber erleiden ihn mit allem Kriegsgrauen, jedoch mit dem unbedingten Willen, vor dem übermächtigen Russland nicht klein beizugeben. Eine Waffenruhe ist derzeit nicht in Sicht. Wie konnte es so weit kommen? Was treibt den brutalen Aggressor Putin? Und wie soll der Westen reagieren? Viele Fragen stellen sich, und auf die wenigsten gibt es unanfechtbare Antworten. Deshalb bieten sich Reflexionen an über die historischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland, ihre unterschiedlichen Entwicklungen in jüngerer Zeit, sowie ihrer beider Verhältnis zu der Europäischen Union und Deutschland im Besonderen.

28.10.
Aktuelle Literatur aus Russland
Dozent Medard Ritzenhofen
Wer las früher schon russische oder gar ukrainische Schriftsteller? Seitdem Russland Krieg gegen die Ukraine führt, ist das Interesse an der Literatur des europäischen Ostens sprunghaft gestiegen. Ist doch die Literatur immer auch ein sensibler Seismograph für politische und gesellschaftliche Erschütterungen. Vorgestellt werden deshalb einige Neuerscheinungen in deutscher Übersetzung wie Yevgenia Belorusets: „Glückliche Fälle" sowie Katja Petrowskaja: "Vielleicht Esther". Zu Wort kommen soll auch Wladmir Kaminer mit seinem zwanzig Jahre alten Bestseller "Russendisko".

11.11.
Russland und der Kommunismus der ersten Stunde in Bildern
Dozentin Dr. Martina Sauer
Das neue Verständnis von Ware und Kapital wie es Marx ab 1848 vorstellte, revolutionierte das Verständnis des sozialen Miteinanders und die soziale Ordnung nicht nur in Russland. In der Analyse von Film, Bild, Objekt, Architektur und Kult soll dieses Phänomen gemeinsam im Seminar von einer neuen Seite betrachtet werden.
Literaturempfehlung: Marx, Karl. Kapital, in: Marx, Karl/Engels, Friedrich: Werke. Bd. 23-25. Berlin 1972 (MEW 23-25),Böhme, Hartmut. Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne. Hamburg: Rowohlt, 2006.
Sauer, Martina. Rezension: Böhme, Hartmut. Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne. Hamburg: Rowohlt, 2006, in: Kunstchronik, Monatsschrift für Kunstwissenschaft, Museumswesen und Denkmalpflege, Hg. Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, Mitteilungsblatt des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V., 07/2007: ART-Dok: https://doi.org/10.11588/artdok.00000948.

18.11.
Die russische Wirtschaft und die Verflechtungen mit dem Westen
Dozentin Jutta Streese
In den letzten Jahrzehnten bereits seit dem Kalten Krieg lautete die Devise oftmals "Wandel durch Handel". Das bedeutete, dass der Westen u.a. auch mit Russland verstärkt Handel treiben wollte und auch trieb, um das Land letztlich von demokratischen Strukturen zu überzeugen. Gehandelt wurde von westlicher Seite mit Fertigwaren, Maschinen und Luxuswaren. Russland exportierte als Land mit reichen Energievorkommen vor allem Gas, Öl, Kohle und Metalle, aber auch Industrieprodukte und landwirtschaftliche Erzeugnisse (vor allem Getreide). Im Laufe der Jahre wurden viele westliche Staaten abhängig von russischen Produkten, vor allem Energie, aber auch Metallen.
Nach dem kriegerischen Angriff auf die Ukraine im Februar ist Strategie "Wandel durch Handel" offensichtlich gescheitert. Mithilfe vielfältiger Sanktionen versucht die westliche Welt, diese Abhängigkeiten zu reduzieren.
Wie genau die Abhängigkeiten aussehen, welche Sanktionen beschlossen wurden und wie sie mittel- und langfristig wirken und welche Auswirkungen sie auch auf die westlichen Länder haben, werden an diesem Vormittag näher angeschaut.

25.11.
Literatur der Ukraine
Dozent Udo Barth
Seit dem Angriffskrieg Russlands auf das Nachbarland hat man urplötzlich die Ukraine im literarisch-kulturellen Visier bisher eher nicht wahrgenommen. Aber es gibt einiges zu entdecken.
Serhij Zhadan, 1974 im Gebiet Luhansk/Ostukraine geboren, studierte Germanistik, promovierte über den ukrainischen Futurismus und gehört seit 1991 zu den prägenden Figuren der jungen Szene in Charkiw. Er debütierte als 17-Jähriger und publizierte zwölf Gedichtbände und sieben Prosawerke. Für die Erfindung des Jazz im Donbass wurde er mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis und mit dem Brücke-Berlin-Preis 2014 ausgezeichnet.
Oksana Sabuschko, eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der heutigen Ukraine, wurde 1960 geboren und lebt in Kiew. Sie hat Philosophie studiert und an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften gearbeitet. Sabuschko veröffentlichte seit Mitte der 1980er Jahre mehrere Lyrikbände, mehrere Erzählungen und politisch-philosophische Studien. 1996 erschien ihr erster Roman »Feldstudien über ukrainischen Sex«. Zum Lesen empfiehlt der Dozent Oksana Sabuschko: Museum der vergessenen Geheimnisse (Fischer-Verlag).
Weiter von Interesse: Andrej Kurkow, geboren 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew und schreibt in russischer Sprache. Leseempfehlung: "Graue Bienen" (Diogenes Verlag).
Und dann und dann wäre noch Nikolai Gogol ins Visier zu nehmen, der aus der Ukraine stammt.

02.12.
Russland: Postkommunismus und Medien
Dozentin Dr. Martina Sauer
Mit der Neuordnung des Kommunismus in Russland ab 1991 nehmen die sogenannten Neuen Medien einen immer größeren Raum ein. Dieses Phänomen - auch im Vergleich zur globalen Entwicklung - vor dem Hintergrund der bedeutenden und einflussreichen Medientheorie Marshall McLuhans zu betrachten, wird im Seminar behandelt.
Literaturempfehlung: McLuhan, Marshall. Understanding Media: The Extensions of Man. New York: The New American Library, 1964

09.12.
Lesung aus dem Buch "Mut im Gepäck"
Eventuell Gespräch mit einem Geflüchteten
Dozenten/Innen: Udo Barth/Elke Möller/Susanne Schorn
Die Stadt Baden-Baden startete 2018 das Projekt "Eine Stadt schreibt ein Buch". Das Ergebnis war das Buch "Mut im Gepäck" (herausgegeben von Ulla Hocker, Petra Mallwitz und Angelika Schindler. Erschienen bei: CEP Europäische Verlagsanstalt)
Geflüchtete berichten darin über ihre Flucht- und Einwanderungsgeschichte und ihrem Ankommen in einem fremden Land.




Kursort

VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck

Johannes-Passage 8
77815 Bühl

Termine

Datum
30.09.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
07.10.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
14.10.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
21.10.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
28.10.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
11.11.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
18.11.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
25.11.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
02.12.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck
Datum
09.12.2022
Uhrzeit
09:00 - 12:30 Uhr
Ort
Johannes-Passage 8, VHS Bildungsportal Bühl, Raum Burg Windeck