Zwischen Strich und Gedanke – Zen-Tuschemalerei und angewandte Philosophie (Sumi-e) neu (als Bildungsurlaub geeignet)
Dieser Kurs bietet eine Einführung in die Zen-ga-Malerei, eine japanische Tuschemalerei in zen-buddhistischer Tradition, die während der Edo-Periode entstand. Zen-ga zeichnet sich durch Übung, Einfachheit und Spontaneität ebenso aus wie durch die unmittelbare Erfahrung einer intuitiven Pinselführung.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Zusammenspiel von Technik und Spontaneität sowie der Bedeutung des leeren Raums in der Komposition. Als japanische Wegekunst, vergleichbar mit dem Bogenschießen, vereint Zen-ga Atmung, Körperachtsamkeit und gestische Bewegung zu einer meditativen Malpraxis.
Im Kurs werden verschiedene Motive erkundet, darunter Naturszenen und abstrakte Formen wie der Zen-Kreis "Enso" sowie freie Pinselführungen als Übungen zur Achtsamkeit. Ziel des Seminars ist nicht die Herstellung fertiger Werke, sondern die Vertiefung einer prozessorientierten Haltung: Präsenz im Tun, Offenheit gegenüber dem Material, Akzeptanz des Unplanbaren.
Eine Besonderheit dieses fünftägigen Seminars ist die tägliche Verbindung der künstlerischen Praxis mit philosophischen Impulsen, angeleitet durch die Dozentin auf der Grundlage von Kurzvorträgen und ausgewählten, überschaubaren Textausschnitten. Hier werden zentrale Perspektiven auf das Verhältnis von Handlung, Nicht-Handeln (wu wei), Zweckfreiheit, Resonanz und Unverfügbarkeit eröffnet – alles wesentliche Begrifflichkeiten aus dem Zen und dem Taoismus. Dabei begegnen die Teilnehmenden sowohl klassischen Texten aus Zen und Taoismus als auch Konzepten zeitgenössischer Philosophie, wie beispielsweise Fragen einer Philosophie der Resonanz von Hartmut Rosa. Im produktiven Wechselspiel zwischen gestischem Malen und philosophischem Nachdenken soll sich so eine künstlerische Arbeitsweise erschließen, die nicht auf Kontrolle, Zielgerichtetheit oder nachträgliche Korrektur ausgerichtet ist. Stattdessen geht es um die Entwicklung einer Haltung des „Geschehenlassens": offen für das Unvorhergesehene, achtsam im Umgang mit dem Material, bereit, den Moment in seiner ganzen Gegenwärtigkeit zuzulassen. So wird das Malen zur Übung und Einladung, sich dem Moment zu überlassen und dem Prozess ohne bewertenden Blick zu begegnen.
Kursleitung: Nicole Reuther
Veranstaltungsort: vhs, Raum Louvre (UG), Breisgaustr. 19a, 76532, Baden-Baden
Ausführende vhs: vhs Baden-Baden
Anmeldung möglich
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| Kursnummer | BB27538RA |
| Beginn | Mo., 26.10.2026, um 09:00 Uhr |
| Ende | Fr., 30.10.2026, 16:00 Uhr |
| Dauer | 5 Termine |
| Kursort | Zu diesem Kurs sind noch keine Orte verfügbar. |
| Kursleitung |
vhs Baden-Baden
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| Entgelt |
325,00 € |
| Bemerkungen | Bitte bringen Sie eigene Japantusche oder Chinatusche, Präzisionskreppband (z. B. tesa 4333 – das rosafarbene), Küchenrolle sowie Materialgeld mit. Je nach Verbrauch entstehen Kosten zwischen 10 € und 30 € für Papier und eventuell Farben. Pinsel können ohne zusätzlichen Aufwand von der Dozentin ausgeliehen werden. Bitte bringen Sie außerdem eigene Verpflegung mit. Barrierefrei zugänglich |
Kurstermine 5
| – | Datum | Ort |
|---|---|---|
| 1 | Montag • 26.10.2026 • 09:00 - 16:00 Uhr | vhs, Raum Louvre (UG), Breisgaustr. 19a |
| 2 | Dienstag • 27.10.2026 • 09:00 - 16:00 Uhr | vhs, Raum Louvre (UG), Breisgaustr. 19a |
| 3 | Mittwoch • 28.10.2026 • 09:00 - 16:00 Uhr | vhs, Raum Louvre (UG), Breisgaustr. 19a |
| 4 | Donnerstag • 29.10.2026 • 09:00 - 16:00 Uhr | vhs, Raum Louvre (UG), Breisgaustr. 19a |
| 5 | Freitag • 30.10.2026 • 09:00 - 16:00 Uhr | vhs, Raum Louvre (UG), Breisgaustr. 19a |